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Tantra

Autor: Praxis

Das Wort Tantra:

Eine sehr schöne sprachliche Herleitung stammt von dem Yoga-Lehrer André von Lysebeth:

Fügt man der Wurzel 'tan' (ausbreiten, erweitern) das Suffix 'tra' (welches das Instrumentelle ausdrückt) hinzu, dann erhält man 'tantra', im wörtlichen Sinn also das Instrument zur Erweiterung des Bewußtseins, um Zugang zum Überbewußtsein zu erlangen, das die Grundlage des Seins und Zentrum unbekannter Kräfte ist, die das Tantra erwecken und einsetzen will.

Herkunft:

Tantra ist ein spiritueller Pfad des Hinduismus und des Buddhismus. Das wohl gravierendste Merkmal des Tantrismus ist, dass es darum geht, so effektiv und schnell wie möglich zum Ziel zu gelangen und ein befriedigendes Resultat zu erzielen, das in der spirituellen Vervollkommnung liegt, wobei die Wahl der Mittel dazu keine allzu große Rolle spielt.

Tantra ist eine lebensbejahende und freudvolle Philosophie, der ein besonders großer Respekt gegenüber allem, was existiert, zugrunde liegt.

In den ursprünglichen Herkunftsländern Indien und Tibet steht die tantrische Praxis in einem engen Kontext mit dem Singen und Rezitieren von Mantras, dem Anfertigen von Mandalas, Yoga, Mudras und sonstigen hinduistischen und buddhistischen Praktiken.

In einer angepassten Form erfreut sich die Lehre des Tantra in der Westlichen Welt zunehmender Beliebtheit.


Ziele des Tantra:

Ein Ziel des Tantra ist, den niedrigen, vom Ego beherrschten Seins-Zustand in einen höheren zu transformieren, der die Erkenntnis des Verwoben-Seins mit jeglicher Energie des Universums beinhaltet.

Dazu ist es wichtig, sich vertrauensvoll fallen lassen zu können und sich in den Zustand der Absichtslosigkeit zu begeben. In diesem Zustand wird das uns versklavende, nörgelnde und fordernde Ego immer unwichtiger.
Zunehmend wichtiger wird die Verbundenheit mit energetischen Strömungen und die damit einhergehende Zunahme von echten liebenden und annehmenden Gefühlen.
So lernt man, sich selbst als Teil eines großen, lebendigen Ganzen zu erkennen und das große, lebendige Ganze als Teil seines Selbst.
Diese Erkenntnis führt zu einer inneren Befreiung.


Die Chakren im tantrischen Zusammenhang:

Ist der Mensch befreit, bildet er einen reinen Kanal, durch den die Energie frei fließen kann. So entsteht eine Verbindung zwischen dem untersten Chakra zu dem Obersten. Irdische Anhaftung (das 'Niedere') und Spiritualität (das 'Höchste') werden auf diese Weise miteinander verbunden.
Durch die gegenseitige Ergänzung erfahren beide Bereiche eine Aufwertung und damit der Mensch als Ganzes eine 'Veredelung'.

Ein sehr wichtiges tantrisches Symbol stellt das Bild der Kundalini-Schlange dar, die sich, nachdem sie geweckt wurde, vom untersten Chakra am Rückgrat entlang durch die sieben Hauptchakren hindurch bis zum Scheitelchakra bewegt und dieses sogar überragt.
Das Symbol der am Kopf heraustretenden Schlange findet man u.a. auch bei den ägyptischen Pharaonen. Dort symbolisierte es die Verbindung mit dem Göttlichen. Es war das Zeichen eines erweckten Menschen, dessen Spiritualität voll entwickelt war, eines Menschen, der somit 'gottgleich' geworden und entsprechend verehrt wurde.


Die tantrische Behandlung:

Eine tantrische Behandlung stellt eine Weihe dar. Der Mensch wird energetisch gereinigt, die Verbindung zwischen Sexualität und Spiritualität wird hergestellt, und somit findet die oben beschriebene Aufwertung und Veredelung statt.

Dies führt zu einer neuen Art der Selbsterfahrung. Sexualität wird während der Behandlung nicht nur im Bezug auf sich selbst empfunden, sondern als Ausdruck universeller Kraft. Die dem Körper eigene Energie wird in Einklang gebracht, Moralvorstellungen, die auf fehlerhaften Prägungen beruhen, können überwunden werden. Es findet eine energetische Entschlackung statt. Man kann sich von falschen Idealen und tief liegenden Verletzungen zunehmend befreien.

Die Folge davon ist ein starkes Gefühl der Geborgenheit und des Annehmens seines Selbst. Man nimmt sich so, wie man in Wahrheit beschaffen ist, befreit von allen falschen Vorstellungen, an.

Es wird ein neuer Zugang zur Sexualität als Sitz der Lebensfreude und größter Kraft zur Motivation des Lebens geschaffen. Auf diese Weise ebnet sich der Weg zu mehr Lebensfreude, Glück und persönlicher Erfüllung.

Der Erfolg einer tantrischen Behandlung hängt in hohem Maße von der Bereitschaft der jeweiligen Person ab, alte Muster loszulassen und Neues zuzulassen. So mögen bei manchen Menschen mehrere Behandlungen erforderlich sein, bei anderen nur eine.

In jedem Falle ist eine derartige Behandlung auf allen Ebenen, also körperlich, seelisch, geistig und gefühlsmäßig mehr als nur angenehm.


Ablauf und Technik:

Die Behandlung findet in einem geschützten Raum statt, der liebevoll eingerichtet und vorbereitet wurde. Die/Der Empfänger/in soll sich wohl und geborgen fühlen.
Bei einer kompetenten Person findet auf jeden Fall ein Vorgespräch statt, um eine Vertrauensbasis herzustellen, offene Fragen zu klären und einen persönlichen Eindruck zu erhalten.

Fühlt sich die/der Empfänger/in bereit, so kann die Behandlung beginnen. Man kleidet sich in Kimonos oder Lungis (das sind große Wickeltücher), der Bequemlichkeit halber, und weil man diese leicht ausziehen kann. Der genaue Ablauf und Dauer der Behandlung richtet sich nach den Bedürfnissen der jeweiligen Person. So kann die Behandlung mit einer Meditation, bestimmten Düften oder Klängen eingeleitet werden, um sich einzustimmen. Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, wird eine liebevolle Massage durchgeführt. Diese Massage vollzieht sich nach sehr festgelegten Regeln. So ist die/der Empfänger/in die ganze Zeit absolut passiv und in seine eigene Gefühlswelt versunken. Für die Zeit der Massage ist nur das Wohlbefinden der/des Empfänger(s)/in wichtig. Ein vollständiges sich fallen lassen soll erreicht werden. Bei der Massage werden der Zustand der Energie und der Meridiane berücksichtigt. Ein/e erfahrene/r Therapeut/in spürt, wo sie/er die Hände hinlegen muss, um die Stelle zu massieren. Die Massage wird gänzlich unbekleidet durchgeführt.

Auch der Genitalbereich (das weibliche Geschlechtsorgan bezeichnet man im Sanskrit als 'Yoni', das männliche als 'Lingam') wird nach einem überlieferten Ablauf massiert, vorausgesetzt die/der Empfänger/in wünscht dies. Vorher sollte die/der Therapeut/in auf spezielle tantrische Atem- und Muskeltechniken hinweisen. Alles geschieht sehr respektvoll und einfühlsam. Tantra ist Energiearbeit auf höchsten Frequenzen. Die niedere sexuelle Energie, die immerzu in jedem Menschen erzeugt wird, das sogenannte 'ching', soll dabei transformiert werden zu höherer spiritueller, rein geistiger Energie, dem 'chi'.

So ist eine echte Tantra-Massage für die/den Massage-Therapeut/en/in eine tiefe Meditation, ein Gebet am Körper und keine sexuelle Aktivität, obwohl diese Massage für die/den Empfänger/in ausgesprochen angenehm, sinnlich und auch lustvoll sein kann, in dem Maße, wie diese/r das zulässt und selbst bestimmt.

Es soll eine Brücke zwischen dem untersten Chakra, dem Wurzelchakra, und dem höchsten Chakra, dem Kronenchakra geschlagen, und der dazwischen liegende Energiekanal gereinigt werden. Die Kudalini-Kraft wird erweckt und harmonisiert, und das Feuer der Kundalini wird entfacht.

Eine tantrische Behandlung ist nicht wirklich in Worten zu beschreiben. Dieses unbeschreibliche Erlebnis muss man am eigenen Leib verspürt haben.


Kosten:

Eine tantrische Behandlung ist niemals das, was man preiswert nennen würde.
Die Massage-Therapeuten, die sich auf Tantra spezialisiert haben, legen jahrelange Erfahrung und spirituelle Ausbildung sowie ihren eigenen Lebensweg mit in die Massage hinein. So ist die Wirkung nachhaltig spürbar und wirkt auf subtile Weise in die Zukunft hinein.

Vertrauen in die behandelnde Person ist unbedingt erforderlich, auch in die Festsetzung des Preises, der sich nach Zeit und Aufwand richtet, sich aber unter Umständen auch nach den Möglichkeiten der zu behandelnden Person richten kann.


Wichtiger Hinweis:

Der Begriff 'Tantra' ist hierzulande nicht geschützt. So werden leider auch, fälschlicher Weise als Tantra-Massagen bezeichnete, Massagen von Personen ohne spirituellen Hintergrund ausgeführt. Diese Leute, von denen ich mich eindeutig distanziere, schädigen den Ruf dieser guten Sache, indem sie eindeutig sexuelle Handlungen, wie z.B. käuflichen Geschlechtsverkehr anbieten.


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